Vom Seelenhund zum Diamanten – Ein Erfahrungsbericht

Verhaltensprobleme

Im heutigen Trainingstipp geht es noch einmal um das sehr emotionale Thema der Trauer um den eigenen Hund. Ich habe eine Nachricht von einer Hundebesitzerin erhalten, die mir von ihrer emotionalen Reise und dem Abschied von ihrem Seelenhund geschrieben hat.

In einem anderen Artikel habe ich mich schon einmal damit beschäftigt, welche Möglichkeiten es gibt, vom eigenen Hund Abschied zu nehmen und was bei der Trauerbewältigung helfen kann. Für jeden Hundemenschen gibt es unterschiedliche Dinge, die helfen können. Während die einen alles wegräumen und erst einmal nicht in der Lage sind, darüber zu sprechen, möchten andere Hundemenschen ihren Schmerz mit anderen teilen und über den Verlust sprechen.

Der heutige Text ist von einer Hundebesitzerin verfasst worden, die anderen dabei helfen möchte, ein besonderes Erinnerungsstück vom eigenen Hund anfertigen zu lassen, um den Seelenhund nicht zu vergessen. Sie möchte dich daran teilhaben lassen, was ihr auf dem Weg der Trauerbewältigung geholfen hat.

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung für den Juwelier Liebesfels / von Kronberg aus Österreich.

Vom Seelenhund zum Diamanten – Ein Erfahrungsbericht

„Es war an einem Donnerstagnachmittag, den 19.05.2022. Ich musste mit meinem Dobermann Lex zum Tierarzt, da er seit ein paar Tagen einen geschwollenen Bauch hatte. Als ich dem Tierarzt die Beschwerden schilderte, schaute er sich Lex kurz an, dann ging alles ganz schnell. Rüber zum Ultraschall, Lex auf die Liege, Bauch rasieren. Lex wurde punktiert, eine Flüssigkeit kam raus. Die Bilder auf dem Ultraschall waren für mich nicht definierbar. Dann hörte ich die Worte des Tierarztes: „Das habe ich mir gedacht.“ Ich fragte: „Was?“  „Der Bauch ist voller Wasser, schauen Sie hier“. Dann seine Worte, die mich erstarren ließen und mir den Boden unter den Füßen wegzogen: „Ich rate Ihnen dringend, Lex einschläfern zu lassen“. Ich wusste, dass es aufgrund seiner Erkrankungen bald so weit sein würde, aber so schnell? Meine Welt blieb stehen. Ich musste von einer Minute zur anderen entscheiden. Lex hatte leider keine Chance mehr, zu viel Wasser war bereits in seinem Bauch. Also schickte ich ihn 3 Wochen vor seinem 11. Geburtstag über die Regenbogenbrücke. Bis er da war, habe ich seine Pfote gehalten.

Gute Reise mein Lexmaus, mein Baby ♥

Der Schmerz war unendlich groß, kaum in Worte zu fassen. Mein Herz fühlte sich wie zerrissen an.

Danach habe ich ihn ins Krematorium gefahren. Eine Woche später war die Kremierung. Ich durfte mich vorher nochmal von Lex verabschieden, habe ihm mein T-Shirt, was ich beim Tierarzt anhatte und ein paar Leckerlies mit auf dem Weg gegeben. Dann war es so weit. Und wieder kam der unendlich große Schmerz. Aber ich habe Lex zu Lebzeiten versprochen, dass ich immer bei ihm sein werde. Ich sah es als meine Pflicht an, ihn auf diesem letzten Weg zu begleiten und auch von dort wieder abzuholen. So groß der Schmerz auch war, so gut tat es mir, immer an seiner Seite zu sein.

Ich habe eine Einzelkremierung durchführen lassen, da ich vorhatte, mir aus seiner Asche einen Diamanten herstellen zu lassen. Ich wollte ihn immer bei mir haben.

Die Suche nach einem bezahlbaren Anbieter

Die Suche nach einem geeigneten und auch bezahlbaren Anbieter für die Diamantherstellung entpuppte sich als sehr schwierig.  In meiner Verzweiflung war ich fast so weit, viel Geld dafür zu bezahlen, bis ich durch Zufall die Internetseite der Firma Liebesfels / von Kronberg aus Österreich entdeckte, die Diamanten im Labor herstellt.

Ich nahm mit der Inhaberin, Frau Ramona Moosbrugger, Kontakt auf. Frau Moosbrugger bestätigte mir die Diamantherstellung und nannte mir Preise, die ich erst nicht glauben konnte. Ich war skeptisch und suchte einen Haken, aber es war keiner zu finden. Nach einigen Telefonaten und vielen E-Mails bin ich mit der Asche meines Hundes nach Österreich geflogen und habe mich mit Frau Moosbrugger getroffen. Es war ein sehr nettes und vertrauensvolles Gespräch und ich übergab ihr die Asche meines Hundes zu treuen Händen, um daraus einen Diamanten herstellen zu lassen. Ich gab Frau Moosbrugger vorsichtshalber noch Fell von Lex mit, für den Fall, dass der vorhandene Kohlenstoff in der Asche nicht ausreicht.

Die Herstellung des Diamanten

Die Herstellung dauerte ca. 2 Monate. Während dieser Zeit habe ich mich noch dazu entschlossen, einen Ring für meinen Diamanten anfertigen zu lassen. Meine Vorstellung, wie dieser aussehen sollte, habe ich Frau Moosbrugger mitgeteilt. Sie fertigte hierzu einen Entwurf an, der auch genau meinen Vorstellungen entsprach.

Anfang Oktober war es dann endlich so weit. Ich konnte meinen Ring inklusive Diamant abholen. Er sah wunderschön aus und ich war überglücklich, so ein Schmuckstück von „meinem Baby“ zu einem bezahlbaren Preis zu bekommen.

Fazit

Aus heutiger Sicht kann ich für mich sagen, dass ich das Richtige getan habe und kann nur dazu ermutigen, sich einen Diamanten aus der Asche oder aus den Haaren des geliebten Tieres herstellen zu lassen. Ich habe meinen Lex immer bei mir, was mir hilft, über den Verlust hinwegzukommen. Ich denke jeden Tag an ihn und auch beim Schreiben dieser Geschichte laufen mir die Tränen. Auch wenn mittlerweile wieder ein neuer Mitbewohner bei mir eingezogen ist, Lex wird immer ein Teil von mir sein.

„Irgendwann werden wir uns wieder sehen!“

Das wünsche ich Nicole und auch dir, wenn du deinen geliebten Vierbeiner gehen lassen musstest von Herzen. Ich glaube auch daran, dass wir unsere Lieben irgendwann wiedersehen werden. 🙂

Der Text wurde von Nicole Meier verfasst, gerne beantwortet sie deine Fragen, du erreichst sie unter folgender E-Mail-Adresse: meier-seevetal@gmx.de oder auf Instagram.

Es gibt auch einen Gutscheincode und einen Flyer mit Preisen und Fotos, diese stellt dir Nicole gerne zur Verfügung.

Tierärztin, Autorin und deine Hundeexpertin: Valérie Pöter

Über mich

Valérie Pöter hat 2017 ihr Staatsexamen als Tierärztin abgelegt und ist seit 2018 als Hundetrainerin tätig.

In ihrer Hundeschule in Oldenburg legt sie großen Wert auf Spaß und Motivation im Training und auf die verständliche Erklärung komplexer Zusammenhänge.

Diese Fähigkeiten brachten sie zusammen mit ihrer Leidenschaft fürs Zeichnen dazu, Fachwissen rund um den Hund auf ihrem Blog strukturiert und kreativ zu vermitteln – die Idee zu den FAQ Hund war geboren!

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