Werkzeugkasten in der Hundephysiotherapie: Einblick in die Welt der Heilmethoden für Hunde

Krankheitsprävention

Hundephysiotherapeuten haben wie Handwerker einen Werkzeugkasten, allerdings bleibt dieser meist unsichtbar. Während technische Geräte wie das Novafon® oder Laser unterstützend wirken, sind es vor allem die geschickten Hände des Therapeuten, die den Unterschied machen. Dieser Blogartikel beleuchtet die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten für Hundephysiotherapeuten und erklärt, warum Empathie und Praxiserfahrung entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sind.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die wichtigsten Werkzeuge eines Hundephysiotherapeuten sind seine Hände.
  • Therapeuten können sich in zahlreichen Techniken weiterbilden, darunter manuelle Therapie, Faszientherapie, Akupunktur und Chiropraktik.
  • Ein guter Therapeut benötigt sowohl fundiertes Fachwissen als auch praktische Erfahrung.

Der unsichtbare Werkzeugkasten

Therapeuten im Hundebereich ähneln ein wenig den Handwerkern, denn sie haben folgenden gemeinsam: Einen Werkzeugkasten.

Während man den Werkzeugkasten bei Handwerkern wie Tischlern oder Dachdeckern sehen kann, ist er bei Hundephysiotherapeuten meistens unsichtbar. Klar gibt es auch so Werkzeuge wie das Novafon®, den therapeutischen Laser oder Ultraschall, aber im Wesentlichen sind es die Hände des Therapeuten, die den Erfolg einer Behandlung bestimmen.

Fortbildungsmöglichkeiten für Therapeuten

Es gibt heutzutage unzählige Möglichkeiten, sich als Therapeut fortzubilden. So gibt es Fortbildungen zu den Themen:

  • Physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung
  • Manuelle Therapie
  • Faszientherapie
  • Dorntherapie
  • Akupunktur
  • Dry Needling
  • Chiropraktik
  • Osteopathie
  • Triggerpunkt Massage
  • Akupressur
  • Chinesische Medizin (TCM)
  • Unterwasserlaufband
  • Wärmebehandlungen
  • Physiotherapeutische Übungen (Hundetraining)

Die richtige Technik zur richtigen Zeit

Es können immer nur ein paar dieser Technik innerhalb einer Behandlung Anwendung finden, denn sonst würde es den Hund überfordern und mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Ich denke je länger ein Therapeut tätig ist und, desto mehr Hunde er kennengelernt hat, desto wertvoller ist sein Werkzeugkasten. Wichtig dabei ist, sich selbst nicht in den ganzen Therapiemöglichkeiten zu verlieren und sich stattdessen auf eine Auswahl zu spezialisieren.

Qualifikation und Spezialisierung

Manche Therapeuten sind auch bereits vorgebildet, weil sie aus der Humanphysiotherapie in die Tierphysiotherapie gewechselt sind oder, so wie ich, einen tiermedizinischen Background haben. Bei mir heißt das also, dass ich zum Beispiel auch einen neurologischen und orthopädischen Untersuchungsgang durchführen kann und als Tierärztin einen geschulten Blick für medizinische Erkrankungen mitbringe.

Die Kunst der individuellen Behandlung

Eine Behandlung setzt sich dann aus den verschiedenen Bereichen zusammen und die Kunst des Therapeuten ist, die Behandlung auszuwählen, die gerade für die Symptome des Hundes am hilfreichsten sind, um beispielsweise eine wirksame Schmerzbehandlung durchzuführen.

Den richtigen Therapeuten finden

Für den Hundebesitzer kann es dann natürlich schwierig werden, einen renommierten Experten von einem schlechten Therapeuten zu unterscheiden.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass der Therapeut empathisch und einfühlsam ist und sich auf das jeweilige Tier einstellen kann, um Vertrauen aufzubauen. Ein Tiermedizinstudium ist sicherlich eine sehr gute Grundlage, um als Therapeut eine gute Arbeit zu leisten. Doch das reicht aus meiner Sicht allein nicht aus. Wichtig ist eine gute praktische Ausbildung in den verschiedenen Bereichen zu haben, sich stetig fundiertes Fachwissen anzueignen und praktische Erfahrung zu sammeln.

Vorsicht bei der Behandlung

Laute Knackgeräusche, schnelle Versprechen auf Heilung und Schmerzlaute von Hunden bei der Behandlung, sollten vom Therapeuten nicht ausgelöst werden. Insbesondere im Bereich der Halswirbelsäule ist Vorsicht geboten, denn hier kann bei deinem Hund auch viel kaputt gemacht werden und schwerwiegende Folgen für die Gesundheit deines Hundes haben. Viele Therapien sind sanft und leise, benötigen aber Zeit und Wiederholungen, um wirksam zu sein.

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Deine Valérie

Tierärztin, Autorin und deine Hundeexpertin: Valérie Pöter

Über mich

Valérie Pöter hat 2017 ihr Staatsexamen als Tierärztin abgelegt und ist seit 2018 als Hundetrainerin tätig.

In ihrer Hundeschule in Oldenburg legt sie großen Wert auf Spaß und Motivation im Training und auf die verständliche Erklärung komplexer Zusammenhänge.

Diese Fähigkeiten brachten sie zusammen mit ihrer Leidenschaft fürs Zeichnen dazu, Fachwissen rund um den Hund auf ihrem Blog strukturiert und kreativ zu vermitteln – die Idee zu den FAQ Hund war geboren!

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